Nachhaltigkeitszertifikate für Hotels: Welches Label passt zu Ihrem Haus?
- Manuel Ott

- vor 14 Stunden
- 6 Min. Lesezeit

Nachhaltigkeitszertifizierungen werden für Hotels im DACH-Raum zunehmend zu einem wirtschaftlichen Faktor. Plattformen wie Booking.com und HRS berücksichtigen entsprechende Nachweise bereits aktiv, während Geschäftskunden und regulatorische Entwicklungen den Druck weiter erhöhen.
Gleichzeitig ist der Markt für Zertifizierungen komplex und fragmentiert: Es gibt kein einheitliches System, sondern unterschiedliche Ansätze mit variierendem Aufwand, Fokus und Nutzen. Für Hotels bedeutet das, dass die Wahl des Zertifikats direkten Einfluss auf Positionierung, internen Ressourcenbedarf und wirtschaftlichen Mehrwert hat.
Dieser Artikel gibt einen Überblick über relevante Zertifizierungen im DACH-Raum, zeigt zentrale Unterschiede auf und erläutert, wie Hotels eine fundierte Auswahl treffen und den Zertifizierungsprozess strukturiert umsetzen können.
Warum Hotels sich jetzt mit Zertifizierungen beschäftigen sollten
Nachhaltig zu arbeiten reicht heute nicht mehr aus. Hotels müssen ihr Engagement glaubwürdig nachweisen können. Der Grund: Gäst:innen, Geschäftskund:innen und Buchungsplattformen achten zunehmend darauf, ob ein Hotel nachhaltiges Handeln nachvollziehbar belegen kann.
Nachhaltigkeit wird damit nicht nur zu einem Image-Thema, sondern zu einem echten Wettbewerbsfaktor.
Dass diese Entwicklung real ist, zeigen mehrere aktuelle Quellen. Der Booking.com Sustainable Travel Report zeigt, dass 75 Prozent der Reisenden nachhaltiger reisen möchten. Gleichzeitig finden 45 Prozent Unterkünfte attraktiver, wenn sie als nachhaltig gekennzeichnet sind. Auch Plattformen fördern die Sichtbarkeit entsprechender Angebote zunehmend aktiv. ¹
Im Geschäftsreisebereich ist die Entwicklung ähnlich. HRS macht deutlich, dass Nachhaltigkeitsdaten und verifizierte Nachweise eine immer größere Rolle in Geschäftsreiseprogrammen spielen.² Auch im B2B-Bereich wird Nachhaltigkeit damit zunehmend zu einem wichtigen Entscheidungskriterium. Eine Bain-&-Company-Befragung zeigt ebenfalls, dass das Thema für Unternehmen geschäftlich immer relevanter wird.³
Für Hotels bedeutet das: Wer glaubwürdige Nachweise liefern kann, stärkt Sichtbarkeit, Vertrauen und Wettbewerbsfähigkeit.
Warum das Thema ab 2026 noch wichtiger wird
Die Anforderungen an Nachhaltigkeitskommunikation werden durch die EU-EmCo-Richtlinie ab September 2026 deutlich verschärft.⁴ Für Hotels heißt das: Aussagen wie „nachhaltig“ oder „umweltfreundlich“ müssen künftig belegt und überprüfbar sein. Nicht validierte Aussagen werden unzulässig. Gleichzeitig gewinnen glaubwürdige Zertifizierungen deutlich an Bedeutung.
Das Umweltbundesamt gab mit dem Bericht „Bewertung von Nachhaltigkeitslabeln für Hotelbetriebe“ (2024) ⁵ Einblick in die unterschiedliche Tiefe der Zertifizierungssysteme.
Die EmCo könnte den Markt für Nachhaltigkeitslabels spürbar verändern. Es ist daher wahrscheinlich, dass sich der Markt in Zukunft stärker auf bekannte und belastbare Zertifikate konzentriert.
Zertifikate können auch bei Buchungen helfen

Besonders deutlich wird die Veränderung dort, wo Buchungsentscheidungen fallen: auf Plattformen. Booking.com zeigt, dass Nachhaltigkeitskennzeichnungen die Zahl der gebuchten Room Nights von Hotels erhöhen und Gäst:innen Orientierung bieten.⁶
Für Hotels hat das eine klare Konsequenz: Was sichtbar und filterbar ist, wird häufiger gebucht. Nachhaltigkeitsnachweise werden damit zu einem direkten Vertriebsfaktor. Sowohl für Häuser mit vielen B2C-Gästen als auch für Hotels mit starkem B2B-Anteil.
Warum viele Hotels trotzdem zögern
Obwohl der Bedarf wächst, kommen viele Hotels beim Thema Zertifizierung nicht voran. Das liegt meist nicht an fehlendem Interesse, sondern an einer Mischung aus Zeitdruck, Unsicherheit und Überforderung. Wer sich zum ersten Mal mit dem Thema beschäftigt, merkt schnell: Es gibt nicht das eine Zertifikat, das für jedes Hotel passt. Stattdessen gibt es viele verschiedene Systeme mit unterschiedlichen Anforderungen, Schwerpunkten und Kosten.
Das Umweltbundesamt zeigt in seinem Bericht, dass der Markt stark fragmentiert ist und genau diese Vielfalt die Orientierung erschwert.⁷ Die erste Hürde liegt deshalb oft schon vor der Umsetzung, nämlich bei der Auswahl des passenden Zertifikats.
Welche Zertifikate in DACH besonders relevant sind
Wer sich im deutschsprachigen Raum mit dem Thema beschäftigt, stößt schnell auf einige Zertifikate, die besonders häufig genannt werden. Für diesen Überblick konzentrieren wir uns auf Systeme, die laut Umweltbundesamt zu den umfassenderen Ansätzen gehören und im DACH-Markt besonders relevant sind.
GreenSign
GreenSign ist vor allem in Deutschland sehr präsent. Das Zertifikat betrachtet Nachhaltigkeit ganzheitlich und bezieht ökologische, soziale und wirtschaftliche Aspekte mit ein. Es eignet sich besonders für Hotels, die das Thema breit aufstellen und strategisch angehen möchten.
Green Key
Green Key ist international weit verbreitet und wird oft als vergleichsweise praxisnaher Einstieg wahrgenommen. Der Schwerpunkt liegt stärker auf operativen und ökologischen Maßnahmen.
EU Ecolabel
Das EU Ecolabel ist das offizielle Umweltzeichen der Europäischen Union. Es ist stärker technisch geprägt und konzentriert sich vor allem auf Umweltkriterien.
Österreichisches Umweltzeichen
In Österreich ist das Österreichische Umweltzeichen besonders etabliert. Es ähnelt dem EU Ecolabel in vielen Punkten und wird staatlich gefördert.
Green Globe
Zählt zu den umfassendsten Nachhaltigkeitszertifizierungen: Deckt ESG und Kultur ab, setzt ein jährliches Audit voraus und gilt als sehr anspruchsvoll. Es eignet sich vor allem für größere Hotels und Gruppen mit hohem Nachhaltigkeitsanspruch.⁸
Wichtig ist: Diese Auswahl zeigt nur einen Teil des Marktes. Es gibt weitere Zertifizierungssysteme, die je nach Hoteltyp, Zielgruppe und Standort ebenfalls relevant sein können.
Nicht jedes Zertifikat passt zu jedem Hotel
Die Systeme setzen unterschiedliche Schwerpunkte und unterscheiden sich in mehreren Dimensionen:
Aufwand für das Hotel
inhaltliche Schwerpunkte (z. B. Gewichtung von ökologischer, sozialer und wirtschaftlicher Nachhaltigkeit = ESG)
Preisstruktur
Marketingfähigkeit und Sichtbarkeit des Labels
Bewertungssystem (z. B. reines Bestehen vs. abgestufte Bewertung)
So legt GreenSign beispielsweise einen starken Fokus auf eine ganzheitliche ökologische, soziale und wirtschaftliche Betrachtung mit strategischer Ausrichtung. Green Key ist operativ geprägt und legt einen stärkeren Schwerpunkt auf ökologische Maßnahmen. Das EU Ecolabel und das Österreichische Umweltzeichen wiederum sind sehr detailliert und technisch orientiert, mit fast ausschließlichem Fokus auf Umweltkriterien.
Für Hotels ist diese Entscheidung wichtig, denn das gewählte Zertifikat beeinflusst direkt den Aufwand, die Außenwirkung und den konkreten Nutzen.
Wie Hotels schneller Orientierung bekommen
Viele Hotels wissen also, dass sie sich mit dem Thema beschäftigen sollten, sind aber bei der Auswahl unsicher. Die Unterschiede sind nicht nur theoretisch, sondern wirken sich direkt auf den Aufwand, die Positionierung im Markt und den Nutzen der Zertifizierung aus.
Für Hotels, die vor dieser Entscheidung stehen, haben wir unseren kostenlosen „Zertifizierungs-Finder“ entwickelt, der in weniger als 2 Minuten eine erste, fundierte Empfehlung für passende Zertifizierungen gibt. So lässt sich schnell einschätzen, welche Optionen wirklich zum eigenen Haus passen – ohne sich durch den gesamten Markt arbeiten zu müssen.
Die größte Herausforderung: der Zertifizierungsprozess
Auch wenn das richtige Zertifikat gefunden wurde, fängt der eigentliche Aufwand erst an. In der Praxis zeigt sich, dass der Zertifizierungsprozess selbst für viele Hotels sehr aufwändig ist:
Anforderungen der Zertifizierung verstehen
Daten erheben und strukturieren
Nachweise erstellen und dokumentieren
Maßnahmen entwickeln und nachweisen
Zertifizierungsportal befüllen
Audit oder Prüfung vorbereiten
Ohne klare Struktur wird dieser Prozess schnell komplex, zeitintensiv und schwer in den operativen Alltag zu integrieren.
Wie uptodate bei Auswahl und Zertifizierung unterstützt
Hier setzt uptodate an. Wir unterstützen Hotels nicht nur bei der Auswahl, sondern vor allem bei der Umsetzung.
Der Prozess startet mit einem Erst-Check: Welches Zertifikat ist sinnvoll? Welche Dokumente & Daten liegen bereits vor? Diesen Status Quo gleichen wir mit den Anforderungen der Zertifizierung ab.
Anschließend erstellt uptodate fehlende Nachweise: zum Beispiel Richtlinien, Erklärungen, Berichte oder weitere einreichungsrelevante Dokumente. Wenn bestimmte Nachweise nicht von uptodate erstellt werden können, begleiten unsere Expert:innen die nächsten Schritte und übersetzen die Anforderungen in klare To-dos. Dadurch erhalten Hotels nicht nur Orientierung, sondern ein konkretes Einreichungspaket statt einer Empfehlungsliste. Bei Bedarf begleitet uptodate auch bei der Dateneingabe im Zertifizierungsportal und bereitet Sie auf Audits oder Vor-Ort-Termine vor.
Unser Ansatz ist bewusst auf gängige Hotel-Zertifizierungen wie GreenSign, Green Key, EU Ecolabel oder das Österreichische Umweltzeichen ausgelegt und richtet sich an Einzelhotels und Ketten in DACH mit bis zu 250 Mitarbeitenden. Auch bei strategisch umfangreicheren Systemen wie Green Globe unterstützen wir bei der Einordnung und Vorbereitung.
Für Hotels bedeutet das vor allem: weniger Unsicherheit, weniger Aufwand und ein klarer Weg zur Zertifizierung.
Unsere Expertise haben wir bereits in der Praxis unter Beweis gestellt: Für die b'mine Gruppe begleiten wir die GreenSign-Zertifizierung des &Repeat Hotels in Köln. Gemeinsam mit unserem Partner Zukunftsmanufaktur haben wir zudem bereits zahlreiche österreichische Hotels erfolgreich auf dem Weg zum Österreichischen Umweltzeichen begleitet.
Fazit
Nachhaltigkeitszertifizierungen werden für Hotels in Deutschland, Österreich und der Schweiz zunehmend zu einem wirtschaftlich relevanten Thema. Studien, Plattformen und neue regulatorische Anforderungen zeigen deutlich: Glaubwürdige Nachweise werden wichtiger.
Für KMU-Hotels ohne eigene Nachhaltigkeitsbeauftragte liegt die Herausforderung oft nicht im fehlenden Willen, sondern in den begrenzten Ressourcen. Wer die Zertifizierung neben dem laufenden Betrieb umsetzen muss, steht schnell vor einer komplexen Aufgabe: von der Auswahl der passenden Zertifizierung bis zur Datensammlung, Nachweiserstellung und Auditvorbereitung.
Umso wichtiger ist es daher, sich bei Auswahl und Umsetzung begleiten zu lassen. So wird aus einem komplexen Thema ein strukturierter Prozess, der mit weniger internem Aufwand und deutlich mehr Sicherheit auf dem Weg zur passenden Zertifizierung durchgeführt werden kann.
Jetzt den nächsten Schritt gehen
Sie möchten herausfinden, welche Nachhaltigkeitszertifizierung zu Ihrem Hotel passt?
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Referenzen
5https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11850/publikationen/169_2024_texte_nachhaltigkeitslabel_hotels.pdf
8 Ebd.



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